Das Ballettstück „APPROXIMATE SONATA 2016“ entführt das Publikum in eine Welt aus Anmut, Dynamik und subtiler Nuancen. Diese atemberaubende Vorführung besteht aus einer Reihe von Pas de deux, die den Tänzerinnen und Tänzern eine Plattform bieten, um ihre Kunstfertigkeit und ihr tiefes Verständnis für die choreographische Struktur zu präsentieren.
Die Stärke dieses Balletts liegt in der Fähigkeit der Tänzerinnen und Tänzer, die schwer zu haltenden Formen der Choreographie mit einer bemerkenswerten Leichtigkeit und Anmut zu meistern. Sie entwickeln fein differenzierte Nuancen in ihren Bewegungen, wodurch sie eine breite Palette von Emotionen und Ausdrücken vermitteln können. Dabei gelingt es ihnen, das dynamische Ergebnis dieser Formen in ausgewogener Weise zu gestalten, wobei sie stets bemüht sind, den Entscheidungen ihres Partners entgegenzukommen, um die Absichten des anderen zu fördern.
Die Interaktion zwischen den Tänzerinnen und Tänzern ist von einer harmonischen Symbiose geprägt. Ihre Bewegungen scheinen miteinander zu verschmelzen, während sie sich gegenseitig unterstützen und ergänzen. Diese faszinierende Verbindung schafft eine fesselnde Atmosphäre, die das Publikum in ihren Bann zieht und mitreißt.
Dennoch ist „APPROXIMATE SONATA 2016“ nicht ohne seine Herausforderungen. Die anspruchsvolle choreographische Struktur erfordert von den Tänzerinnen und Tänzern ein hohes Maß an Konzentration und Präzision. Obwohl gelegentlich kleine Unstimmigkeiten auftreten mögen, wird dies durch die Gesamtleistung der Darstellerinnen und Darsteller weitgehend ausgeglichen.
Insgesamt bietet „APPROXIMATE SONATA 2016“ ein unvergessliches Balletterlebnis, das die Grenzen des Möglichen erweitert und die Zuschauer in eine Welt voller Schönheit und Eleganz entführt. Es ist eine Vorführung, die die Magie des Balletts in all ihrer Pracht zeigt und ein Publikum jeden Alters fasziniert und begeistert.
„Die Schönheit der Unordnung: William Forsythes ‚One flat thing, reproduced‘ im Staatsballett Berlin“
In einer eindrucksvollen Inszenierung brachte das Staatsballett Berlin William Forsythes bahnbrechende Choreografie „One flat thing, reproduced“ auf die Bühne der Deutschen Oper in Berlin. Die Szene öffnet sich mit einer strengen Formation von Tischen, hart und kantig, die über den Boden geschoben werden, als würden sie eine Behörde oder eine Schulklasse symbolisieren. Doch dann beginnt die wundersame Transformation, wenn die 14 Tänzerinnen und Tänzer des Ensembles zwischen den Tischen hindurchtanzen und auf ihnen zu einer Symbiose von Ordnung und Chaos verschmelzen.
Die Bewegungen sind atemberaubend: Die Tänzer gleiten über die glatten Tischflächen, springen hoch in die Luft und tanzen weiter, rollen unter den Tischen hindurch und durch die Gänge wie virtuose Akrobaten. Die Choreografie, geschaffen von William Forsythe und uraufgeführt im Jahr 2000 mit dem Ballett Frankfurt, zeigt die Komplexität und die Kompliziertheit seiner Bewegungssprache. Es ist ein Ballett, das klassische Technik erfordert, aber gleichzeitig diese Tradition durch die Zerlegung und Neuzusammensetzung von Bewegungsphrasen herausfordert.
Das Ensemble des Staatsballetts Berlin meistert diese Herausforderung bravourös. Unter der Leitung des Ballett-Intendanten Christian Spuck zeigt das Ensemble eine beeindruckende Vielseitigkeit und erweist sich als würdiger Träger von Forsythes visionärer Choreografie.
Die musikalische Untermalung von Thom Willems verstärkt die Intensität der Aufführung. Die industrielle Geräuschkulisse erzeugt eine Atmosphäre von harter Arbeit und proletarischem Gestus, die perfekt mit dem tänzerischen Spiel auf der Bühne harmoniert. Man fühlt sich wie am Rande eines großen Hafens oder einer Baustelle, wo die Kraft und Dynamik der Arbeiter mit jedem Schritt spürbar ist.
Insgesamt ist „One flat thing, reproduced“ nicht nur ein Ballettstück, sondern ein Erlebnis, das die Grenzen des traditionellen Balletts sprengt und die Zuschauer in eine Welt voller Bewegung, Klang und Emotion entführt. Es ist eine Hommage an die Schönheit der Unordnung und ein Zeugnis für die zeitlose Kraft von Forsythes visionärer Kunst.
„Blake Works I“ von William Forsythe, das als abschließendes Stück des Abends präsentiert wird, ist eine faszinierende Fusion von klassischem Ballett und moderner Popmusik, die dem Publikum eine einzigartige Partyatmosphäre bietet. Entwickelt für das renommierte Ballett der Pariser Oper im Jahr 2016, bietet dieses Werk eine erfrischende Interpretation klassischer Ballettformen.
Die Musik von James Blake, geprägt von elektronischen Klängen und melancholischen Melodien, verleiht dem Stück eine unkonventionelle Atmosphäre. Die Kostüme der Tänzerinnen, die klassische Tutus zitieren, vermitteln eine Mischung aus Tradition und zeitgenössischer Lässigkeit, die perfekt zur Stimmung des Stücks passt.
„Blake Works I“ scheint eine Hommage von Forsythe an klassische Ballettensembles zu sein, die ihre anspruchsvolle Kunst mit Leidenschaft und Liebe zum Ausdruck bringen wollen. Gleichzeitig fordert das Stück die Konventionen des klassischen Balletts heraus, indem es eine spielerische und entspannte Energie einführt, die den bekannten Bewegungen eine neue Leichtigkeit verleiht.
Die Aufführung wirkt wie eine Befreiung von den strengen Disziplinen des klassischen Balletts, ohne dabei die technische Virtuosität und Präzision zu vernachlässigen. Die Tänzerinnen und Tänzer strahlen eine ungezwungene Freude aus, während sie die Bühne mit ihrer energetischen Darbietung zum Leben erwecken.
Insgesamt ist „Blake Works I“ ein überzeugendes und faszinierendes Balletterlebnis, das die Grenzen zwischen Tradition und Innovation verschwimmen lässt. Es ist eine Aufführung, die das Publikum mitreißen und begeistern wird, und die das Vermächtnis des klassischen Balletts auf kreative und erfrischende Weise weiterführt.